Der 1. FC Köln hat im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga einen großen Schritt verpasst, aber zumindest einen Punkt gerettet. Dank eines späten Elfmetertreffers durch den eingewechselten Luca Waldschmidt (86. Minute) hielten sie den Konkurrenten FC St. Pauli auf Distanz beim 1:1 (0:0) in einer erst in der zweiten Halbzeit ansehnlichen Begegnung.
Die Kölner mussten auch im fünften Spiel nacheinander keine Pleite hinnehmen und haben bei noch vier ausstehenden Spielen weiter gute Aussichten auf die nächste Saison in der deutschen Spitzenklasse. Fünf Punkte trennen sie von den auf dem Relegationsrang stehenden Hamburger, die sich in der zweiten Hälfte die gefährlicheren Chancen erarbeiteten.
Tragische Figur war Karol Mets. Der Abwehrspieler hatte erst den Führungstreffer erzielt (69.) und dann den Elfmeter durch eine unglückliche Aktion verursacht. Der Kiez-Klub bleibt dadurch weiter stark abstiegsgefährdet. Falls die Konkurrenten, darunter Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Nordderby gegen St. Paulis Stadtrivalen Hamburger SV, gewinnen sollten, könnte der Abstand auf den rettenden 15. Rang auf fünf Punkte wachsen.
„Für uns ist es enorm wichtig, dass wir die Distanz gehalten haben, dass wir uns nicht aufgegeben haben“, sagte Kölns Torhüter Marvin Schwäbe bei Sky. St. Paulis Abwehrchef Hauke Wahl ärgerte sich zutiefst über den späten Ausgleich: „Wir hätten mehr verdient. Wir haben noch vier Spiele. Es ist wichtig, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken.“
Ein zähes Spiel
Passend zur leuchtenden Dom-Kirmes neben dem Stadion wollten die Kölner Fans wohl gleichziehen und zündeten mächtig Pyrotechnik. Etwa fünf Minuten wurde die Partie später angepfiffen. In der gesamten Begegnung zündelten beide Fanlager um die Wette.
Doch auf dem Platz sahen die 29.546 Zuschauer im Millerntor-Stadion zunächst das erwartete zähe Spiel, in dem kein Team einen Fehler machen wollte. Die Kölner sorgten zunächst für Gefahr. Nach einem unglücklichen Ballverlust von Karol Mets auf Höhe der Mittellinie setzte Ragnar Ache WM-Anwärter Said El Mala in Szene. Doch der Senkrechtstarter schoss den Ball über das Tor.
Kölns Coach René Wagner setzte wieder auf sein erfolgreiches Angriffsduo, das zuletzt acht von 13 Treffern erzielt hatte. Bis auf Alessio Castro-Montes statt Kristoffer Lund war die erste Elf identisch mit jener beim 3:1 der Kölner gegen Werder.
Zwar verpasste Andréas Hountondji für die ohne ihren Abwehrspezialisten Eric Smith im Kader auflaufenden Gastgeber noch per Kopf eine aussichtsreiche Chance, aber sonst blieb der Unterhaltungswert der Partie lange überschaubar.
Zweite Hälfte unterhaltsamer
Nach 32 Minuten wollte abermals Hountondji diesen Zustand ändern. Aus kurzer Entfernung zog der 23-Jährige ab, aber Torwart Marvin Schwäbe lenkte den Ball sehenswert über das Tor. Die FC-Fans bedankten sich, indem sie mehrmals den Namen ihres Schlussmanns riefen.
Nach der Pause sorgte El Mala für ein Raunen auf den Rängen, als der Edeltechniker den Ball sehenswert mitnahm, von der Strafraumkante schoss und der Ball die Latte berührte. Dann wurde es auf der Gegenseite spektakulär, als der eingewechselte Marius Bülter auf der Linie den Rückstand mit seiner Kopf-Rettungsaktion verhinderte.
Die Hamburger belohnten sich für ihren engagierteren Auftritt in der zweiten Hälfte. Nach einem Eckstoß segelte der Ball lang auf Hauke Wahl, der ihn in die Mitte brachte. Dort kam Jahmai Simpson-Pusey nicht mehr heran. Und Mets traf per Kopf.
Kurz vor Schluss schaffte Köln aber doch noch den Ausgleich. Waldschmidt verwandelte einen Elfmeter sicher. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck hatte nach einem Foul von Mets an Jakub Kaminski gepfiffen.